Prüfungsangst überwinden

Prüfungsangst erkennen und überwinden

Inhaltsverzeichnis

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Das Thema Prüfungsangst ist ein sehr relevantes Thema. Die momentane Studienlage besagt, dass bis zu 40 % der Lernenden Prüfungsangst und prüfungsangst-ähnliche Symptome erleben. Deshalb ist es wichtig, sich als Eltern mit der Thematik zu beschäftigen. “Was ist Prüfungsangst und wo liegen Ihre Ursachen?” “Wie fühlt sich das für mein Kind an?” “Welche Auswirkungen hat die Prüfungsangst auf die Leistung meines Kindes?” Diese Fragen beantworten wir in den folgenden Abschnitten und geben Ihnen Beispiele dafür, wie Sie Ihr Kind unterstützen und ihm konkret helfen können.

Was ist Prüfungsangst?

Als Prüfungsangst wird die Angst vor einer Bewertung der eigenen Leistungen durch andere bezeichnet. Das können einerseits Prüfexpert*innen, Lehrpersonen, aber auch Eltern sein. Oft besteht Prüfungsangst aber nicht nur aus der Furcht vor Fremdbeurteilung, sondern auch der eigenen internen Beurteilung. Das heisst, dass sowohl andere als auch man selbst grossen Einfluss auf die eigene Angst hat. Dabei unterscheidet man zwischen Zustandsangst und Ängstlichkeit.

Zustandsangst vs Ängstlichkeit

Die Zustandsangst ist ein physio-psychologischer Zustand des Körpers, so wie Freude oder Müdigkeit beispielsweise. Sie wird durch die Situation beeinflusst, in der sich eine Person gerade befindet. Sie zeichnet sich durch momentane Gefühle der Anspannung und Besorgtheit aus und ist begleitet von einer Erregung des autonomen Nervensystems. Dies äussert sich in einer Veränderung der Atmung, der Gedanken und des Gemütszustands. Dieser Zustand kann auch von aussen, also von anderen Personen wahrgenommen werden. 

Bei der Ängstlichkeit verhält es sich anders. Sie ist im Gegensatz zur Zustandsangst situations-unabhängig und persönlichkeitsspezifisch. Menschen unterscheiden sich sehr in ihrer Persönlichkeit und damit auch in ihrer Ängstlichkeit. Bei manchen ist diese sehr viel stärker ausgeprägt als bei anderen. Sie sehen viele Situationen als bedrohlich und kämpfen mit negativen Gedanken, die dieses Gefühl noch weiter verstärken.

Wie erkenne ich, ob mein Kind an Prüfungsangst leidet?

Prüfungsangst äussert sich bei jedem Kind auf eine andere Art und Weise. Es gibt jedoch einige Anzeichen, die darauf hinweisen, das es sich beim Verhalten Ihres Kindes um Prüfungsangst handeln könnte. Sie müssen wissen, dass die Sorgen und negativen Gedanken, die den Alltag Ihres Kindes begleiten, einen Angstzustand erschaffen, der sowohl körperliche als auch mentale Krankheitssymptome hervorrufen kann. Das kann soweit gehen, dass Ihr Kind jedes Mal Bauch- oder Kopfschmerzen verspürt, wenn eine Prüfung bevorsteht. Auch weitere psychosomatische Beschwerden wie Schlaflosigkeit, nervöse Unruhe, Herzrasen und Schweissausbrüche sind Anzeichen.

Eine Prüfungsangst äussert sich an einer massiven Beeinträchtigung beim Lernen oder auch einem Vermeidungsverhalten. Ihr Kind schiebt das Lernen auf und möchte nicht zur Prüfung antreten. Es hat Angst zu versagen und möchte dieser Situation aus dem Weg gehen.

Zusammenhang zwischen Angst & Leistung

Viele Wissenschaftler im Gebiet der Angstforschung bemühen sich um Erklärungsansätze zur Darstellung des Zusammenhangs von Leistung und Angst. Das Modell der Interferenz vertritt beispielsweise die Annahme, dass besorgnisbezogene Gedanken mit den Gedanken über die eigentliche Aufgabenstellung interferieren. Das Kind kann sich nicht auf die eigentliche Aufgabe konzentrieren. Umso grösser die Angst wird, desto schlechter wird auch die Leistung. Prüfungsbezogene Ängste, wie die Angst vor einem Blackout, nehmen die Aufmerksamkeit in Anspruch, die für die Prüfungsleistung notwendig wäre. Die Gedanken, mit denen sich das betroffene Kind nun auseinandersetzen muss, führt meist dazu, dass das Kind demotiviert ist und mit der Zeit nicht mehr an sich glaubt. Das gilt es zu vermeiden und frühzeitig zu erkennen.

Zusammenhang Leistung und Angstniveau

Der Zusammenhang von Angst und Leistung nach Rosemann (1978)

Ursachen von Angst

Die Entstehung einer solchen Angst kann verschiedene Gründe haben. Überforderung und ungeeignete Lernstrategien können einen Auslöser für Prüfungsangst darstellen, der aber mithilfe passender Methoden vermieden werden kann. Angst vor den Folgen einer schlechten Note und die damit verbundene Angst vor der Reaktion der Eltern sind Ursachen, die mit vergangenen Erfahrungen in Zusammenhang stehen. Schlechte Erinnerungen an Prüfungssituationen führen dazu, dass Ihr Kind eine immer wiederkehrende Angst vor dem Versagen verspürt. 

Auch ein mangelndes Selbstwertgefühl kann ein Auslöser oder Verstärker für Prüfungsangst sein. Kindern muss in solchen Situationen gezeigt werden, dass Angst etwas normales ist, was jeden betrifft und evolutionsbezogen überlebenswichtig war. Sie dient als Schutzmechanismus und unterstützt uns Menschen schwierige und bedrohliche Situationen zu erkennen und zu meistern.

Wie Eltern helfen können

  1. Finden Sie heraus, wovor Ihr Kind sich fürchtet
    Zuerst sollten Sie sich Gedanken darüber machen, was genau ihr Kind beängstigt und worüber es sich Sorgen macht. Suchen sie anschliessend das Gespräch mit Ihrem Kind, indem Sie auf die Sorgen und Befürchtungen eingehen und diese entkräften.

  2. Denken Sie positiv
    Zuspruch und Motivation von aussen können Ihrem Kind helfen, das Selbstwertgefühl aufzubauen. Sagen Sie Ihrem Kind, dass Sie stolz sind und bekräftigen Sie es, indem Sie Aussagen wie “Du kannst das!” und “Du schaffst das!“ öfter wiederholen, um das Vertrauen in die eigene Leistung zu fördern.

  3. Vermeiden Sie Überforderung
    Achten Sie darauf, nicht zu viel von Ihrem Kind zu erwarten und dadurch Druck auszuüben. Zeigen Sie Interessen an den Themen und Aufgaben und bieten Sie Hilfe an.

  4. Besprechen Sie Lernstrategien
    Um Unsicherheit und damit auch Angst zu vermeiden, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind seine oder ihre Lernvorlieben und die dazu passende Lernstrategien kennt. Diese Erleichtern den Lernprozess und bilden die Basis für gutes Lernen.

  5. Simulieren Sie Prüfungssituationen
    Kreieren Sie eine prüfungsähnliche Situation zu Hause und lassen Sie Ihr Kind in diesem Rahmen Aufgaben lösen, um es an Prüfungen zu gewöhnen. Mit der Zeit werden Prüfungssituationen nicht mehr so bedrohlich wahrgenommen.

  6. Lernen Sie zielgerichtet mit Ihrem Kind für die Prüfung
    Die Erstellung eines ausführlichen Lernplans, mit dem der Lernstoff in sinnvolle Lerneinheiten eingeteilt werden kann, gibt Ihrem Kind Struktur. Diese verringert das Gefühl der Überforderung und Angst.

Schritt für Schritt die Angst gemeinsam besiegen

Mit den sechs beschriebenen Methoden können Sie Ihr Kind beim Lernen und im Umgang mit der Prüfungsangst unterstützen. Im Blogbeitrag für unsere Schüler*innen informieren wir sie über die Hintergründe zur Prüfungsangst und erklären ihnen, welche Methoden hilfreich sein können um mit der Prüfungsangst umzugehen. Zusätzlich haben wir konkrete Schritte zur Überwindung der Prüfungsangst in unserer Anleitung zum Herunterladen formuliert. 

Die einzelnen Schritte helfen Ihrem Kind, sich sicherer zu fühlen und zeigen auf , was vor und während der Prüfung gemacht werden kann, um die Angst nach und nach zu überwinden.