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Lernstrategien

Inhaltsverzeichnis

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Durch Wiederholung den Lernstoff im Langzeitgedächtnis speichern

Lernen ist ein sehr komplexer und abwechslungsreicher Prozess. Um den Lernstoff und die unterschiedlichen Lerninhalte zu bewältigen und zu begreifen, braucht es meist unterschiedliche Strategien. Um Strategien auszuarbeiten, die den Lernprozess Ihres Kindes unterstützen und auch langfristig Erfolge bringen, ist es wichtig zu verstehen, was beim Lernen im Kopf passiert. Deshalb möchten wir, 

  • Ihnen helfen zu verstehen, wie unser Gehirn funktioniert
  • Ihnen aufzeigen, wie das Gedächtnis arbeitet
  • Ihnen die Wichtigkeit des Wiederholens (Repetition) erklären

Wie funktioniert unser Gehirn?

Unser Gehirn funktioniert wie ein Chamäleon – es passt sich laufend der Umwelt an und verändert seine Struktur und Organisation. Diese Fähigkeit bezeichnet man als Neuroplastizität. Wenn wir Menschen neue Dinge lernen, verarbeiten wir mithilfe von Sinneszellen äusserliche Reize. Bei diesem Prozess werden Synapsen im Gehirn aktiviert, die nun die Information von Zelle zu Zelle weitergeben und ein komplexes Kommunikationsnetzwerk formen, welches sich auch ständig verändert. Es bilden sich neue Verknüpfungen und Verbindungen im neuronalen Netz. Durch Wiederholung oder Repetition beim Lernen werden diese Verbindungen gefestigt. Die Inhalte werden durch das Wiederholen weniger schnell vergessen und können schneller abgerufen werden. 

Das Gedächtnis - unser Speicher

Um uns gelernte Inhalte langfristig merken zu können, greifen wir auf unser Gedächtnis zurück. Das Gehirn ist unsere Schaltzentrale für den gesamten Körper und damit auch für das Gedächtnis verantwortlich.

Wie lässt sich das Gedächtnis beschreiben?

Das Gedächtnis lässt sich als Struktur begreifen, mit der sich Informationen speichern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abrufen lassen. Unser Gedächtnis wird in drei verschiedene Bereiche unterteilt: Das sensorische Gedächtnis, das Arbeits- und das Langzeitgedächtnis.

Im sensorischen Gedächtnis (Sensory Memory), auch Ultrakurzzeitgedächtnis genannt, werden Informationen ungefiltert aufgenommen. Die Informationen werden für Millisekunden gespeichert und bestehen vor allem aus visuellen und auditiven Eindrücken. Die Mehrheit der Informationen geht aber verloren.

Im Arbeitsgedächtnis (Working Memory) wird eine geringe Auswahl der Informationen aus dem sensorischen Gedächtnis gespeichert. Es handelt sich hierbei um Informationen, denen mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Das sind beispielsweise Notizen, die während dem Unterricht gemacht wurden. Die Inhalte werden nur kurz gespeichert und gehen ohne Wiederholung langfristig ebenfalls verloren.

Im Langzeitgedächtnis befinden sich die wichtigen, gut vernetzten und mehrfach wiederholten Inhalte. Damit gemeint sind beispielsweise unser Wortschatz, all unsere Erinnerungen und unser Wissen, welches wir uns angeeignet haben. Diese Inhalte werden im Langzeitgedächtnis gespeichert, da sie nicht nur oft wiederholt, sondern auch mit Emotionen verknüpft wurden. Auf dieses Wissen und diese Erfahrungen kann eine Person langfristig zugreifen.

Lernstrategie: Wiederholen

Da neu gelernte Informationen zuerst im Arbeitsgedächtnis gespeichert werden, ist das Ziel für Schüler*innen und Lernende eine Strategie anwenden zu können, die es ermöglicht, neue Lerninhalte ins Langzeitgedächtnis zu überführen. In der Hirnforschung hat man herausgefunden, dass das regelmässige Wiederholen des Lernstoffs dazu führt, dass die gelernten Inhalte im Langzeitgedächtnis gespeichert werden. 

Erklären Sie also Ihrem Kind, dass eine der wichtigsten Lernstrategien die Wiederholung ist. Anhand der einfachen untenstehenden  Grafik könne Sie Ihrem Kind zeigen, wie effektiv die Strategie ist.

Vergessenskurve

Die Vergessenskurve nach Ebbinghaus zeigt auf, dass bereits nach 20 Minuten ein grosser Teil des soeben Gelernten wieder vergessen wird. Um dies zu verhindern, braucht es mehrmaliges Wiederholen. Wird also schon nach 20 Minuten der Lernstoff wiederholt, wird die Vergessenskurve immer flacher! Die Methode der ‘Spaced Repetition’ oder auch “verteilten Wiederholung” wendet genau diese Strategie an.

Die Vergessenskurve nach Ebbinghaus.

Spaced Repetition

Bei der Spaced Repetition werden die Lerninhalte in immer weiter auseinanderliegenden Intervallen wiederholt. Und zwar genau zu dem Zeitpunkt, an dem das Kind wieder anfängt zu vergessen. Deshalb werden folgende Intervalle empfohlen:

  • Wiederholung nach 24 Stunden
  • Wiederholung nach 3 Tagen
  • Wiederholung nach einer Woche
  • Wiederholung 1 Tag vor der Prüfung oder dem Test

Fazit

Anhand der Prozesse, die während dem Lernen im Gehirn und Gedächtnis ablaufen, ist es uns hoffentlich gelungen, die Wichtigkeit der regelmässigen Wiederholung im Lernprozess Ihres Kindes zu verdeutlichen. Neben der Strategie der Wiederholung gibt es noch weitere Lernstrategien, die Ihrem Kind das Lernen erleichtern sollen. Sie unterstützen auch die Nachhaltigkeit des Lernens, deshalb ist das Erlernen und Anwenden verschiedener Strategien es­sen­zi­ell. Welche Lernstrategien es noch gibt und was sie im Detail bewirken, haben wir in unserem Guide beschrieben.